En-bloc Resektion von Brustimplantaten

Liebe Patientinnen, da wir immer mehr nationale und internationale Anfragen zur En-bloc Resektionen von Brustimplantaten erhalten, möchten wir Sie hier über unsere Leistungen am Standort Hamburg informieren.

Klärung: Breast Implant Illness (BII)

Die Breast Implant Illness ist eine Ausschlußdiagnose bei unspezifischen Beschwerden, wie z. B. Muskelschmerzen, Arthritis, Müdigkeit, Schlafstörungen, Kopfschmerzen, Hautausschlag, Übelkeit, Gedächtnisschwäche oder Herzrasen. Mit anderen Worten: Es ist also der Ausschluss notwendig, dass nicht andere Gründe für die Symptome vorliegen, da es bisher keinen eindeutigen wissenschaftlichen Nachweis zwischen den Beschwerden und Brustimplantaten gibt.

Hinweise, dass autoimmunologische Reaktionen nachweisbar sind, führte zu dem Begriff „autoimmun/inflammatory syndrome induced by adjuvants“ (ASIA). Dies beschreibt nachweisbare immunologische Reaktionen durch, z. B. äußere Einflüsse, oder Brustimplantate. Es zeigte sich, dass – sofern es sich um eine BII oder ein ASIA handelte – eine Implantatentfernung zu einer Verbesserung der Symptome bis hin zur vollständigen Genesung führte.

Diese Abklärungen sollten durch spezialisierte Fachkollegen durchgeführt werden.

Was ist eine En-bloc Resektion?

Eine En-bloc Resektion beschreibt das Vorgehen einen krankhaften Befund zusammen mit seiner Umgebung bzw. umliegender Strukturen in einem Stück zu entfernen. In unserem Fall wird das Brustimplantat zusammen mit der intakten Kapsel entnommen.

Für wen eignet sich die En-bloc Methode?

Eine En-bloc-Entnahme sollte in Erwägung gezogen werden, wenn die Implantate „flüssig“ werden, die Herkunft des Implantates unbekannt ist oder die Patientin Beschwerden hat, bei denen ein Zusammenhang mit dem Brustimplantat (Breast Implant Illness) vermutet wird. Weiterhin gibt es Implantate, die häufiger eine BIA-ALCL (Brustimplantat-assozierte anaplastische Großzell-Lymphom) ausgelöst haben als andere. Vor solch einem Eingriff sollte eine MRT-Untersuchung durchgeführt werden.
 
Lassen Sie diese anspruchsvolle Operation nur von Experten durchführen, die lange Erfahrung in der Brust-Chirurgie haben!

Was passiert bei einer En-bloc Resektion?

Bei einer En-Bloc Resektion werden Brustimplantate zusammen mit ihrer Kapsel entfernt.

Ziel ist es, dass die Kapsel bei dem Eingriff nicht geöffnet wird und keine Kapselreste zurückbleiben. Sofern die Kapsel eröffnet wird, gibt es unterschiedliche Methoden, um den Kontakt des Implantates oder des Silikons mit dem Körper zu verhindern. Der sogenannte Biofilm, der sich auf Implantaten bilden kann, kann sich auch auf der Innenseite der Kapsel befinden.

Der notwendige Schnitt in der Unterbrustfalte ist deutlich länger als die Narbe nach der Brustvergrößerung. Auch kann ein signifikanter Volumenverlust entstehen. Wir bieten die Möglichkeit dem entgegen zu wirken, z. B. mit einer Bruststraffung oder eine Auffüllung mit Eigenfett. Die Wundflächen sind groß und die Wundflüssigkeitsproduktion ist erhöht. Maßnahmen, wie z. B. die Auffüllung mit Fettgewebe (Lipofilling) können daher schlechtere Einheilungsraten aufweisen. Auch kann es bei einer reinen En-bloc Resektion zu Vernarbungen kommen. Selbstverständlich kann man die Eingriffe auch zu unterschiedlichen Zeitpunkten planen.

Zusätzliche Option: Nach einer En-Bloc Resektion kann eine Lavage (Waschung) des übrigen Gewebes durchgeführt werden. Vereinfacht gesagt, wird das Gewebe in ein spezielles Gerät eingesogen und mit Wasser oder antiseptischen Substanzen gespült, wobei die Flüssigkeit direkt in das Gerät zurück transportiert wird. Silikonbenetzungen des Gewebes oder Kontaminationen können damit entfernt werden.

En-bloc: Implantat in der Kapsel mit geringem Weichgewebssaum
Doppelkapsel (außen: rot/innen: weiß) und Blick auf das Implantat

Fakten zur En-bloc Resektion

  • Nach dem Eingriff: Sport-BH tragen
  • Dauer des Eingriffs: ca. 1 bis 3 Stunden
  • Narkoseart: Vollnarkose
  • Klinikaufenthalt: 1 Tag
  • Narbenbildung: unter der Brust
  • Arbeitsfähig: nach ca. einer Woche
  • Kosten: ab 5500 Euro

Bitte bringen Sie zur Konsultation folgendes mit:

  • schriftliche Untersuchungsbefunde
  • gynäkologische Untersuchung mit Sonographie/Mammographie Befund
  • MRT-Untersuchung
  • OP-Bericht
  • Implantatausweis

Bitte beachten Sie:

  • Wir sind keine Kassenarztpraxis und können keine Überweisungen ausstellen.
  • Unsere Beratungen sind gebührenpflichtig nach GOÄ (Gebührenordnung für Ärzte).
  • Wenn Sie eine Überweisung haben, helfen wir gerne bei der Terminierung eines MRT Termins.
  • zusätzliche Kosten können durch Blutentnahme, Abstriche und pathologische Untersuchungen entstehen.

Wir bieten die En-bloc Resektion an unseren Standorten in Hamburg an. Haben Sie weitere Fragen? Für eine telefonische oder persönlichen Beratung melden Sie sich gerne bei uns.